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Englische Chormusik

Englische Chormusik
Mitwirkende: Utae Nakagawa
Andrea Sciola-König
Universitätschor Karlsruhe
Nikolaus Indlekofer
Ort:

Audimax der Universität Karlsruhe 

Datum: 11.02.2007

Programm

Chor
Thomas Morley: Fire, fire
John Bennet: Weep, o mine eyes
Orlando Gibbons: The silver swan
Thomas Morley: Now is the month of Maying

Violine und Gitarre
Johann Sebastian Bach: Sonate für Violine und B. C in G-Dur
Bela Bartòk: Rumänische Volkstänze

Chor
Gustav Holst: 5 Partsongs op. 12:
 1. Dream tryst
 2. Ye little birds

Violine und Gitarre
Francesco Molino: Duo op. 61 Nr. 3

Chor
Gustav Holst: 5 Partsongs op. 12:
 3. Her eyes the glow-worm lend thee
 4. Now is the month of Maying
 5. Come to me

Violine und Gitarre
Astor Piazzolla: Histoire du Tango:
 Cafè 1930
 Night Club 1960

Chor
Henry O. Millsby: Daydream lullaby
Rhonda Polay: Come in and stay a while
Charles Fox (Arr. Carsten Gerlitz): Killing me softly
V. Clarke (Arr. S. Sigurd Barret): Only you
Henry O. Millsby: Old McDonald's walk around

Kritik der BNN vom 15.02.2007

Tönende Flammen und melodische Träume

Nikolaus Indlekofer stellte englische Musik mit dem Chor der Karlsruher Universität vor

Englische Musik ist hier zu Lande kaum verbreitet. Gelegentlich hört man zwar William Byrd, Thomas Tallis oder Benjamin Britten, aber vieles ist unbekannt: Von Gustav Holst beispielsweise sind allenfalls die "Planeten" geläufig, dass er aber auch Chormusik und Opern geschrieben hat, wissen wohl die wenigsten. Der englischen Chormusik widmete sich nun der Chor der Universität, der unter seinem Dirigenten Nikolaus Indlekofer im Audimax für ein farbiges Programm sorgte.
Eine Gruppe aus frühbarocken Stücken bildete den temperamentvollen Einstieg: Die Madrigale von Thomas Morley, John Bennet und Orlando Gibbons sind mitten aus dem Leben gegriffen, wurden von den präsenten, sprachgewandten Chorsängern entsprechend intoniert: Indlekofer erreichte präzise Impulse in allen Stimmen, in Morleys .Fire, Fire" spürte man förmlich die Flammen züngeln. Das leichtfüßige "Now is he Month of Maying" blühte und pulsierte regelrecht.
Eine Rarität - erst 1986 erschienen sie vollständig - sind die .Partsongs op. 12" von Holst. Auch er widmet sich dem "Month ofMaying", auf eine ähnlich belebte Art, die an Morleys federnden Rhythmus erinnert. Ansonsten sind die Lieder melodisch, emotional-bewegt, zart und träumerisch.
Für besondere Glanzpunkte sorgt das Duo Utae Nakagawa (Violine) und Andrea Sciola - König (Gitarre), zum Beispiel mit der bearbeiteten Sonate G-Dur von Johann Sebastian Bach (BWV 1021), die vom Begleitinstrument eine exotische Note erhielt. Der zarte Geigenton paarte sich dabei wunderbar mit der Gitarre. Andrea Sciola - König hat auch die rumänischen Volkstänze von Bart6k arrangiert und dabei delikate Farben erzielt. Astor Piazollas .Histoire du Tango" brachte schließlich mit "Cafe 1930" und "Night Club 1960" ein wenigschwül-laszive Bar-Atmosphäre in den Saal.
Den fröhlichen Kehraus bilden Pop-Arrangements von Ohrwürmern wie .Killing me softly" und eine besondere Pointe: "Old Mc Donald" wurde nicht einfach nur besungen, sondern erschien erst einmal persönlich mit der Mistgabel und Schürze, und danach folgte eine vergnügte Lautmalerei aus Krähen, Wiehern und Bellen: Die Zuhörer amüsierten sich prächtig.


Christiane Gehringer