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Felix Mendelssohn Bartholdy: Ein Sommernachtstraum op. 61, Die erste Walpurgisnacht op. 60

Felix Mendelssohn Bartholdy: Ein Sommernachtstraum op. 61, Die erste Walpurgisnacht op. 60
Mitwirkende: Michaela Gold
Petra Gebhardt
Andreas Hermann
Stefan Geyer
Universitätschor Karlsruhe
Junges Sinfonieorchester Bielsko-Biala
Nikolaus Indlekofer
Ort: Klosterruine Frauenalb
Datum: 01.07.2001

Programm

Kritik der BNN vom 04.07.2001

Tosendes Wetter und reinigende Flammen in der Ruine

Nikolaus Indlekofer und der Karlsruher Universitätschor führten in Frauenalb zwei Werke Mendelssohns auf

Da der Wettergott zunächst kräftig zuschlug, fiel das unter dem Titel "Verzauberte Nächte" in der Frauenalber Klosterruine angesagte Konzert buchstäblich ins Wasser und wurde am folgenden Tag bei Sonnenschein nachgeholt. Ausgeführt wurde es vom Universitätschor Karlsruhe, dem Jungen Sinfonieorchester Bielsko-Biala aus Polen und von vier Gesangssolisten. Sie wurden souverän von Nikolaus Indlekofer dirigiert.
Das Programm galt zwei Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy. Das Erste war die Bühnenmusik op. 61 zu Shakespeares "Sommernachtstraum". Nach dem heiklen Anfang der Ouvertüre spielten vornehmlich die Streicher die Melodik warm aus, und alle Instrumentalisten griffen dann mit Elan zu. Duftig und graziös kam der "Elfenmarsch" daher.
In dem sehr rhythmisch musizierten Lied und Chor bildeten die Solistinnen Michaela Gold (Sopran) und Petra Gebhardt (Alt) mit dem Frauenchor eine wohlklingende Gemeinschaft. Nach stimmungsvoll geglücktem "Notturno" wurde der bekannte "Hochzeitsmarsch" zum Höhepunkt des Werkes. In dem an die Ouvertüre anknüpfenden Finale war besonders die ausgezeichnete Schulung des Chores zu erkennen.
Als zweites Werk war Mendelssohns "Die erste Walpurgisnacht" op. 60 nach Johann Wolfgang von Goethe zu hören. Zu seinem 1799 entstandenen Gedicht nahm der Dichter ein heidnisches Opferfest während einer Gewitternacht zum Anlass, als eine Gegenüberstellung von christlichem und heidnischem Glauben. Aus Mendelssohns Musik spricht weniger die tiefere Bedeutung des Gedichts, als vielmehr seine Vorliebe für Dramatik, wie das nächtliche Szenarium mit Gewitter, Spuk oder Hexen.
Stürmisch ließ Nikolaus Indlekofer das Orchester in der Ouvertüre "Das schlechte Wetter" daherkommen, um dann in lichtem Spiel der Freude am "Frühling" Ausdruck zu geben. Mit seinem noch nicht ganz rund geschliffenen Tenor gab Andreas Hermann dem Gesang "Es lacht der Mai" lebendige Gestalt. Schön entfaltete die Altistin ihre warm timbrierte Stimme in "Könnt ihr so verwegen handeln".
Einen außerordentlich kultivierten und ausdrucksfähigen Bariton präsentierte Stefan Geyer, wie es sich besonders eindringlich in seinem Schlussgesang "Die Flamme reinigt sich vom Rauch" zeigte. Der von Nikolaus Indlekofer geleitete Universitätschor sang auch hier wieder mit deutlicher Aussprache in textgerechter Gestaltung.
Als Dirigent des gesamten Ensembles brachte er in diese "Walpurgisnacht" mit ihren durchkomponierten Wechseln von Orchester, Chor und Gesangssoli mitreißende Dramatik. Der Applaus fiel dementsprechend begeistert aus.

Christiane Voigt