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Carl Orff: Carmina Burana

Carl Orff: Carmina Burana
Mitwirkende: Ruth Eberhard
Peter Ribnitzky
Bernhard Jaeger-Böhm
Universitätschor Karlsruhe
Kammerchor der Universität Karlsruhe
Kinderchor der Musikschule Ettlingen
Collegium Musicum der Universität Karlsruhe
Nikolaus Indlekofer
Ort: Carl-Benz-Halle Pfaffenrot
Datum: 24.06.2000

Programm

Kritik der BNN vom 26.06.2000

Das rollende Glücksrad mit Glanz und Pracht besungen

Carl Orffs "Carmina Burana" vom Collegium Musicum und Gästen in der Carl-Benz-Halle Pfaffenrot aufgeführt

Da der Wettergott nicht gut aufgelegt war, musste die für die Klosterruine Frauenalb geplante Aufführung von Carl Orffs "Carmina Burana" in die Car-Benz-Halle in Pfaffenrot verlegt werden. Es musizierten die bestens vorbereiteten Chöre und das Collegium Musicum der Universität Karlsruhe, sowie der Kinderchor der Musikschule Ettlingen. Als Gesangssolisten traten Ruth Eberhard (Sopran), Peter Ribnitzky (Tenor) und Bernhard Jaeger-Böhm (Bass) auf. Die Aufführung der konzertanten Fassung stand unter dem straffen Dirigat von Nikolaus Indlekofer.

Carl Orff, der das Werk 1935/36 schuf, hatte dazu Handschriften aus dem bayerischen Kloster Benediktbeuren aus der Zeit um 1300 in mittelhochdeutscher Sprache und krausem Mönchslatein als Vorlage. Die Sammlung enthält derb-sinnliche Liebeslyrik, Tanzlieder und teils satirische Gedichte. Nicht zuletzt dank Orffs elementarer, kontrastreicher musikalischer Sprache von "kalkulierter Naivität" erfreut sich das Werk großer Beliebtheit, was die hohe Besucherzahl bewies.

In Pracht und Glanz eröffnete der bewegliche Chor mit "O Fortuna" das Werk, das Orff bildlich in den Rahmen eines rollenden Glücksrades stellte. Zarte Töne schlug der Chor etwa in "Veris leta facies" ("Frühlings heiteres Gesicht") oder in dem Gesang "Chume, chume geselle min!" an. Allgemein zeigte er gutes Einvernehmen im gemeinsamen Musizieren mit den Solisten und dem Orchester. Dieses wies sich durch nervige Rhythmik, gut gelungene Tempoveränderungen und vor allem haarscharfe, hoch effektvolle Schlüsse aus. Einfühlsam sang die Sopranistin "Stetit puella" ("Stand da ein Mägdlein") sehr klar, "In trutina mentis dubia" ("Auf des Herzens unentschiedener Waage") in lieblicher Weichheit.

Angepasst an den Inhalt, abgewendet vom "Schöngesang" charakterisierte der Bass etwa "Omnia sol temperat" ("Alles macht die Sonne mild") oder aus dem dritten Teil "Cour d'amour": "Dies, nox et omnia" ("Tag, Nacht und alles"). Der falsettierende Tenor ließ sein Klagelied vom gebratenen, so arg verbrannten Schwan zu einem Kabinettstückchen werden, indem er die Szene sängerisch wie gestisch trefflich auslegte. Nach dem noch einmal ganz großformatig gestalteten Schlusschor konnten alle Ausführenden begeisterten Applaus entgegennehmen.

 

Christiane Voigt