Home | english  | Impressum | Datenschutz | Sitemap | KIT

Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonien Nr. 2 (Lobgesang); Zoltán Kodály: Budavári Tedeum

Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonien Nr. 2 (Lobgesang); Zoltán Kodály: Budavári Tedeum
Mitwirkende: Friederike Wagner
Anke Wittel
Kim-Sung Jin
Máté Szécsi
Universitätschor Karlsruhe
Universitätschor Budapest
Sinfonieorchester an der Universität Karlsruhe
Nikolaus Indlekofer
Ort: Evangelische Stadtkirche Karlsruhe
Datum: 14.11.1998

Programm

Kritik der BNN vom 19.11.1998

Indlekofer dirigierte präzise - Festkonzert zum 20jährigen Bestehen des Unichores begeisterte
Zum krönenden Höhe- und Schlußpunkt der Festwoche zum 20jährigen Bestehen des Universitätschores Karlsruhe geriet das Festkonzert in der Evangelischen Stadtkirche. Unter der Leitung von Nikolaus Indlekofer sangen der Universitätschor Budapest und der Universitätschor Karlsruhe; einen ebenso großen Anteil zum Gelingen des Konzertes trug das Sinfonieorchester an der Universität Karlsruhe bei.
Zwei große Werke für Chor und Orchester, beide religiös-feierlichen Charakters, waren zu hören: Zoltán Kodálys Budávari "Te Deum" aus dem Jahr 1936 und Felix Mendelssohn Bartholdys Sinfonie Nr. 2 "Lobgesang", die 1840 zur Feier des 400. Jahrestages der Erfindung der Buchdruckerkunst uraufgeführt worden war. Die Komposition von Kodálys "Te Deum " hatte auch einen äußeren Anlaß gehabt: der 250. Jahrestag der Rückeroberung der Burg Buda von den Türken.
Die rund 180 Sängerinnen und Sänger der vereinigten Universitätschöre, in ihrer Anzahl an Sängerfeste des 19. Jahrhunderts erinnernd, interpretierten das wuchtige, zwischen syllabischer, streckenweise geradezu deklamatorischer Vertonung und zwei zentralen fugierten Abschnitten gespannte Werk intensiv und eindringlich. Kodálys von barocken Meistern entlehnte Auszierung des Wortgehaltes erklang plastisch und klar. Die Solisten Friederike Wagner, Anke Wittel, Kim Sung Jin und Máté Szécsi jedoch mußten sich wie das Orchester anstrengen, um gegen die Klangmassen des - durchaus differenziert und transparent singenden Chores zu bestehen.
Ganz anders in Mendelssohns sinfonischer Kantate. Mit Verve, mit scharf akzentuiertem Rhythmus und spannungsvoll konzentriert interpretierten die Musikerinnen und Musiker unter Indlekofers präzisem Dirigat die drei Sätze der Sinfonia. Warm leuchtender Streicherklang und üppige Bläserkantilene waren zu hören. Mit schlankem Ton und großer Textverständlichkeit sangen die Chöre das Mendelssohnsche Werk, deuteten Sinn und Gehalt der einzelnen Sätze aus.
"Die Nacht ist vergangen!", den Sieg des Lichts über die Finsternis. Der Komponist feierte in seiner zweiten Sinfonie den Sieg des auf christlichem Fundament ruhenden aufklärerischen Rationalismus. Diesen Triumph hörbar zu machen, dazu trugen auch die Solistinnen und Solisten des Konzertes bei. Nach dem Schlußchor mit dem "Danket dem Herrn"-Fugato und der Wiederholung des anfänglichen "Alles was Odem hat" dankte das Publikum in der voll besetzten Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe mit stürmischem Applaus.

Birgitta Schmid