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Giuseppe Verdi: Messa da Requiem

Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
Mitwirkende:

Bodil Arnesen
Clara O'Brian
Hakan Aysev
Jon Pescevic
Universitätschor Karlsruhe
Kammerchor der Universität Karlsruhe
Männervokalensemble "Kabinett"
Junge Süddeutsche Philharmonie
Nikolaus Indlekofer

Ort:

Evangelische Stadtkirche Karlsruhe

Datum: 16.02.1997

Programm

Giuseppe Verdi (1813-1901)

 

The great Italian composer Giuseppe Verdi was born in La Roncole on October 10, 1813. Displaying considerable talent from a very early age, he was assistant organist at the small local church by the time he was ten. In 1829, by the age of 13 he was an assistant conductor of the Busseto ochestra and an organist at the town church.

In 1836, Verdi married Margherita Barezzi, the daughter of his greatest benefactor, and completed his first opera, Rocester. The music from this work only survives in the composer's next opera, Oberto, Conte di San Bonifacio, which opened at La Scala in 1839.

His next opera, Un Giorno di Regno (King for a Day), was a complete failure and resolved Verdi to cancel his La Scala contract and give up music altogether. The manager of La Scala, Bartolomeo Merelli, persuaded him to persevere and write his next opera - Nabucodonosor (Nebuchadnezzar). This opera came to be called Nabucco and premiered in 1842 to great acclaim. His next two operas - I Lombardi alla Prima Crociata (The Lombards on the First Crusade) and Ernani - secured Verdi's reputation as a major figure in the music world.

Between 1844 and 1850 Verdi composed at a tremendous rate. Luisa Miller in 1849 and Stiffelio in 1850 demonstrate Verdi's maturing style and more flowing musical line. During his "middle period" Verdi wrote three of his most succesful operas: Rigoletto (1851), Il Trovatore (1853), and La Traviata (1853).

In 1859, Verdi married his second wife, soprano Giuseppina Strepponi. In that same year, Verdi wrote Un Ballo in Maschera (A Masked Ball) which, like several of his other works, aroused the ire of the censors who objected to the representation of a rebellion against a monarch. From 1861-65, after Napoleon III drove the Austrians from northern Italy, Verdi was elected to represent Busseto in the newly-formed Italian parliament. During this time, he wrote La Forza del Destino and Don Carlos.

In 1870, he accepted a commission to write an opera for the opening of the Suez Canal. The opera, Aida, premiered in both Cairo and Milan in 1871. Following the success of Aida, Verdi retired to his estate Sant'Agata. In 1875, the death of the great Italian novelist and patriot, Alessandro Manzoni, moved Verdi to complete a requiem mass that had originally been intended to honor his noted compatriot, Gioacchino Rossini.

Verdi was drawn back to the opera by his publisher, Giulio Ricordi, who introduced him to the celebrated Arrigo Boito. They both worked together on Otello, which premiered in La Scala in 1886. Verdi's last opera was the only other comedy he had written since the disastrous Un Giorno di Regno: Falstaff, considered Verdi's humanistic swan song.

In January 1901 Verdi became ill while staying in Milan. City officials spread the streets around his hotel with straw so that the sound of the horses' hooves would not disturb him. He passed away on January 27, 1901 and was buried with Giuseppina at the Casa di Riposo, a retirement home for elderly musicians that was established by Verdi himself.

 

Guiseppe Verdi und das Wahre in der Musik

 

Am 13. November 1868 starb Gioacchino Rossini, "ein Künstler, der einer ganzen Epoche sein Signum gab", wie Guiseppe Verdi (1813 - 1901) damals an den Dirigenten Angelo Mariani schrieb. Um dem verehrten Komponisten ein würdiges Gedenken zu bereiten, regte Verdi ein unkonventionelles Projekt an, nämlich ein aus den Beiträgen aller führenden italienischen Komponisten zusammengesetztes Requiem, das am ersten Todestag in Bologna, Rossinis Heimatort, aufgeführt werden sollte. Der Plan scheiterte jedoch an mangelnder Einsatzbereitschaft der Koordinatoren und der Bologneser Stadtverwaltung für ein von Anfang an als unrentabel betrachtetes Projekt sowie an verletzten Eitelkeiten unberücksichtigt gebliebener Musiker. Seitdem schlummerten die immerhin vierzehn Requiemsätze in den Archiven des Mailänder Verlegers Giulio Ricordi, darunter auch Verdis Beitrag, das Libera me. Als der Komponist und Professor Albert Mazzucato 1872, einen zufälligen Blick auf jenes Libera me warf, schrieb er Verdi in spontaner Begeisterung, dies sei "das schönste, großartigste und bei weitem poetischste Musikstück, das man sich vorstellen kann", worauf dieser erwiderte: "Ihre Worte hätten in mir beinahe den Wunsch geweckt, eines Tages die ganze Messe zu komponieren; umso mehr, als ich, von einigen notwendigen Erweiterungen abgesehen, das Requiem und das Dies Irae, die ja im schon fertigen Libera enthalten sind, eigentlich bereits geschrieben habe. Aber keine Sorge: diese Versuchung wird vorübergehen wie so viele andere. (...) Es gibt schon so viele, viele, viele Totenmessen; es hat gar keinen Sinn, eine weitere hinzuzufügen."

Die letzte Bemerkung steht paradigmatisch für Verdis gesamte künstlerische Auffassung: nichts lag ihm ferner als vordergründige Zurschaustellerei von Können, Komponieren um des Komponierens Willen. Sein gesamtes Schaffen, angefangen bei frühen Opern - darunter sein erstes Erfolgswerk Nabucco - über die großen Literaturopern (Macbeth, Luisa Miller, Don Carlos) der mittleren Schaffensperiode bis hin zu den reifen Alterswerken Otello und Falstaff wurzelt in einem sehr persönlichen, tiefen Bedürfnis nach dramatischem Ausdruck, nach Wahrhaftigkeit, Menschlichkeit - mit allen ihren Schattierungen, im positiven wie im negativen Sinne. "Ich schreibe (meine Musik) nicht aufs Geratewohl hin, sondern bin immer bemüht, ihr einen bestimmten Charakter zu geben", war einer seiner Lieblingsaussprüche. Dass er Gelegenheitskomponisten ablehnte, ist in diesem Sinne ebenso unschwer nachzuvollziehen als er größten Wert auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Librettist und Komponist legte und bei einem Großteil seiner Opern entscheidenden Anteil an der Textgestaltung hatte. Den größten "Ertrag" an menschlicher Leidenschaft und Dramatik besaßen für ihn zweifelsohne die Werke Shakespeares, die ihn bis an sein Lebensende begleiteten und zu seinen vollkommensten Opern - Otello und Falstaff - inspirierten.

Wahrscheinlich hätte Verdi sein Requiem nie geschrieben, hätte es 1873 nicht einen zweiten, einschneidenden Anlass dafür gegeben: den Tod des italienischen Nationaldichters Alessandro Manzoni, den Verdi hoch verehrte, da er genau jenes in dessen werken wiederfand, was ihm selbst so sehr am Herzen lag: Wahrheit. "Oh, wenn die Künstler einmal dieses Wahre begreifen könnten, gäbe es nicht mehr Zukunfts- noch Vergangenheitsmusiker; weder veristische, realistische, idealistische Maler; weder klassische noch romantische Dichter; sondern nur wahre Dichter, wahre Maler, wahre Musiker."

Verdi selbst dirigierte die Uraufführung des nunmehr fertig komponierten Requiems am Jahrestag von Manzonis Tod, am 22. Mai 1874 in der Kirche San Marco zu Mailand mit großem Erfolg (das Libera me aus dem Jahre 1868 bildete den Grundstock der Komposition). Ein am Vorabend der Aufführung in der Allgemeinen Zeitung veröffentlichter Artikel des deutschen Dirigenten Hans von Bülow wertete das Werk als "letzte Oper in kirchlichem Gewand" ab; obgleich er nur einen "flüchtigen Blick" darauf geworfen habe, verspüre er kein Verlangen, der Aufführung beizuwohnen. Rückendeckung erhielt Verdi von keinem geringeren als Johannes Brahms: "Bülow hat sich selbst zu einem großen narren gemacht. Nur ein Genie konnte ein solches Werk schreiben." Achtzehn Jahre später widerrief von Bülow sein damaliges Urteil in einem devoten Brief an Verdi und wurde von da an ein glühender

Verehrer des Komponisten.

Mit der gleichen Intensität, die Verdi der Ausarbeitung seiner Opernlibretti und deren musikalischer Umsetzung widmet, setzt er sich mit dem lateinischen Text der Totenmesse auseinander. Seinen Grundsätzen treubleibend, findet er für jeden Vers, jede Situation eine individuelle musikalische Ausdrucksform. Der Vorwurf einer "Oper im geistlichen Gewand" kann, wenn überhaupt, nur positiv gewertet werden, sind doch im Requiem jahrzehntelang gesammelte Erfahrung im Umgang mit Form,

Dramaturgie, Instrumentation, Stimmencharakteristika, Harmonik geradezu zwingend miteinander vereint. Gewiss klingen hier und da Reminiszenzen aus seinen Opern an, etwa die Dur/Moll-Färbungen, wie sie im Troubadour besonders ausgeprägt sind, oder die Verwendung des Solofagottes als monoton-fließende, kommentierende Untermalung bei "Quid sum miser tunc dicturus", die bereits in Luisa Miller vorgebildet ist; die orientalisch anklingenden Quintparallelen bei "Oro suplex et acclinis" des Solobasses finden sich in der Opferszene bei Aida wieder, und die traurig klagende Weise des Lacrymosa geht auf ein ausgeschiedenes Duett aus Don Carlos für Tenor, Bass und Männerchor zurück. Dies alles zeigt, dass bei Verdi die Grenzen zwischen Dramatik und Dramatik, nämlich weltlicher und geistlicher Dramatik, so gut wie nicht existent sind, da der wahrhaftige dramatische Ausdruck, ob nun überschäumende Lebensfreude oder Todesangst darstellend, aus einem einzigen Urquell entspringt, und um nichts anderes als Wahrhaftigkeit geht es Verdi - dafür ist ihm buchstäblich "jedes Mittel" recht.

Umgekehrt gibt es jedoch auch Ausdrucksformen, die im Requiem neu geschaffen werden und in der vorletzten Oper, Otello, ihre Anwendung finden. So lassen sich z.B. die markanten Triolen zu Beginn des Dies irae im "Sturm-Chor" des ersten Aktes wiederfinden und so erinnern die plötzlichen Ausbrüche des Mezzosoprans im Liber scriptus an Desdemonas Aufschrei "Ah, Emilia, addio" aus dem letzten Akt, kurz bevor Otello mit mörderischen Absichten in ihr Schlafgemach schleicht.

Die vom Solosopran in monoton-gebetartiger Deklamation vorgebrachten Worte "Libera me, Domine, de morte aeterna, in die illa tremenda" zu Beginn wie am Ende des Libera me mögen Verdis persönliche Einstellung zum Glauben vielleicht am treffendsten widerspiegeln. Nicht umsonst hatte er sich sechs Jahr zuvor beim geplanten Rossini-Requiem diesen Teil der Messe ausgesucht. Zum einen enthält er diejenigen Teile, die dramatisch-musikalisch am plastischsten zu realisieren waren (nämlich Requiem aeternam und Dies irae), zum anderen musste gerade der nichtgläubige Verdi (der gleichwohl die Existenz eines übergeordneten Göttlichen annahm) von dem Flehen um Errettung vor dem ewigen Tode besonders berührt gewesen sein. Bezeichnend hierfür ist, dass die Verse "Libera me, Domine..." und "Quando coeli movendi sunt ..." komponistisch etwa doppelt so viel Raum einnehmen wie "Dies illa..." und "Requiem aeternam..." zusammen. Das Kernstück dieser zentralen Aussage des Rettungsgedankens ist die großartige Fuge, in der das "Libera me", durch ein prägnantes Dreiklangmotiv charakterisiert, in den mannigfaltigsten Variationen immer und immer wieder wie ein "Sich-selbst-zureden", ein Beruhigen der Angst vor dem Nichts erscheint. Noch einmal setzt der Solosopran anschließend über zitternden Streichertremoli seine Bitte um Erlösung an; in beschwörender Erregung verkündet nun der Chorbass die Ankunft des Jüngsten Gerichts ("Dum veneris judicare..."), der restliche Chor unterstützt die bald atemlose Steigerung durch schlagwortartige Einwürfe, bis alles in einem letzten verzweifelten Rettungsschrei kulminiert, der durch den allen gemeinsamen pochend-harten Rhythmus umso drastischer erscheint - schlagartig wird es still, nur das Beben der Violinen bleibt, zwischen Dur und Moll schwanken die letzten geflüsterten Bitten von Solosopran und Chor. Am Ende vereinigen sie sich im gemeinsamen "Libera me" auf einen einzigen Ton - doch das Tremolo der Pauke bleibt bis zum Schluss: eine endgültige Beruhigung, die Erfüllung einer Sehnsucht nach der ewigen Ruhe, wie sie vielleicht nur an einer einzigen Stelle, dem letzten "Requiem" des Solosoprans auf dem hohen b, anklingt, wird es nicht geben.

Monja Sobottka

 

Bodil Arnesen

Bodil Arnesen wurde in Harstad (Norwegen) geboren und studierte von 1986 bis 1991 am Rogaland Music Conservatory in Stavanger. Heute gehört sie zu den renommiertesten Sängerinnen ihres Heimatlandes. International bekannt wurde Bodil Arnesen durch Preise bei bedeutenden Gesangswettbewerben (Princess Astrid Music Contest in Trondheim 1989, 3. Preis beim ARD-Wettbewerb München 1990, Kirsten-Flagstadt-Preis 1991, Mirjam-Helin-Gesangswettbewerb in Helsinki 1994, Robert-Schumann-Wettbewerb in Zwickau 1996). In Dresden wurde ihr 1991 der Europäische Musikpreis der "Fördergemeinschaft der Wirtschaft" verliehen. Verbunden damit waren ihre Auftritte an der Semperoper Dresden. Förderpreise der Ölgesellschaften Shell und BP ermöglichten ihr ein weiterführendes Studium im Opernstudio der Bayrischen Staatsoper in München von 1991 bis 1993. Es folgten Verpflichtungen zu verschiedenen Rundfunkhäusern (NDR Hamburg, WDR Köln, dänisches Radio, Norwegian NRK Radio & TV, TV2) und Einladungen führender Orchester (Bayrisches Rundfunkorchester, Staatskapelle Dresden, Atlanta Symphony, Royal Flanders Philharmonic Orchestra, Berliner Rundfunk-Sinfonieorchester, Finish Radio Symphony und Tampere Philhamonic Orchestra) nach New York, Atlanta, London, Birmingham, München, Tokio, Barcelona, Singapur, Kuala Lumpur, Hongkong, Amsterdam, Luxemburg, Helsinki und Kopenhagen. CD-Einspielungen (unter anderem bei Koch, Naxos, Simax und Dacapo) dokumentieren den hohen Rang ihrer interpretatorischen Kunst.

 

Clara O'Brien

Clara O'Brian wurde in Pennsylvania/USA geboren und begann ihr Gesangsstudium an der Youngstown Stata University. Ihr Magister Diplom erhielt sie 1986 an der Eastman School of Music in Rochester, New York, ihre Opernausbildung setzte sie am Curtis Institute of Music fort. 1987 wurde sie Ensemblemitglied der Chicago Lyric Opera. 1988 studierte sie als Fulbright-Studentin in Deutschland. Seit 1989 ist sie Ensemblemitglied des Badischen Staatstheaters und ist in Karlsruhe, Luxemburg, Frankreich und der Schweiz auf der Bühne und im Konzertsaal zu hören. Clara O'Brian erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Grand Prix du Paul Derenne (Concours international de chant de Paris) und den Sonderpreis des Badischen Staatstheaters.

 

Hakan Aysev

Hakan Aysev wurde am 10. Januar 1968 in Ankara geboren und studierte in seiner Geburtsstadt 1981 - 1982 und 1987 - 1988 am Staatlichen Konservatorium Gesang. 1987 nahm er erfolgreich am 6. Internationalen Belvedere Wettbewerb teil. 1989 sang er bei den Salzburger Festspielen die Titelrolle des Acis in Haydns "Acis und Galatea". Im gleichen Jahr wurde er in das Opernstudio der Wiener Staatsoper aufgenommen und debütierte dort im "Rosenkavalier". 1990 erhielt er ein festes Engagement an der Wiener Staatsoper und trat auch im Neujahrskonzert im Wiener Konzerthaus auf. 1991 - 1995 folgte ein Engagement am Theater der Stadt Koblenz (u.a. Idomeneo, Verkaufte Braut, Fidelio, La Traviata, Zauberflöte (Tamino), Carmen, Eugen Onegin). Seit 1995 ist er Ensemblemitglied am Staatstheater in Darmstadt (u.a. Rigoletto, Katja Kabanova, Macbeth, Martha).

 

Jon Pescevic

Jon Pescevic, ein gebürtiger Amerikaner, sang das "Verdi Requiem" zum ersten mal 1991 mit der Springfield Missouri Symphony, nur wenige Stunden nach der Geburt seiner Tochter Eva. Zwei Monate später kam er nach Deutschland. Aachen war seine erste Theaterstation. Seit 1995 ist er Ensemblemitglied im Badischen Staatstheater Karlsruhe, wo er in dieser Spielzeit Lodovigo, Filippo, Raimondo, Il Commendatore und Pogner singt. Vergangenen Sommer trat er erstmals bei den Bayreuther Festspielen auf.

 

Junge Süddeutsche Philharmonie

1957 trat die Junge Süddeutsche Philharmonie Esslingen, damals noch unter dem Namen Süddeutsches Jugendorchester, zum ersten Mal mit einem sinfonischen Programm öffentlich auf. Erich Reustlen wollte mit der Gründung dieses Orchesters jugendlichen Instrumentalisten das Spielen sinfonischer Werke, die sonst Berufsorchestern vorbehalten bleiben, ermöglichen. Um Erwachsene als Mitglieder zu gewinnen und um die Kontinuität im Ensemble zu gewährleisten, wurde und wird bis heute auf eine Altersbegrenzung nach oben hin, wie bei anderen vergleichbaren Orchestern üblich, verzichtet. Diesem Grundsatz gemäß wurde 1969 aus dem Süddeutschen Jugendorchester die Junge Süddeutsche Philharmonie. Als Erich Reustlen die Leitung nach 20 Jahren erfolgreicher Tätigkeit an Bernhard Kontarsky abgab, wagte das Orchester unter diesem den ersten Schritt zu großen Werken der Spätromantik und Moderne. Schon in dieser Phase zeichnete sich das Orchester durch die erstaunlich hohe Qualität seiner musikalischen Darbietungen aus. Unter Bernhard Güller, der 1983 Dirigent der Jungen Süddeutschen Philharmonie wurde, hat sich das Orchester, das seit 1987 seinen Sitz in Esslingen hat, vor allem in klanglicher Hinsicht stetig weiterentwickelt. Seither wurden zahlreiche Konzerte aufgezeichnet und im Rundfunk gesendet. 1988 wurde eine CD mit Werken von Gershwin und Bernstein eingespielt; eine weitere Auswahl von Konzertmitschnitten ist bei Sony Classics und Aurophon erschienen. Mit dem Universitätschor Karlsruhe arbeitete die Junge Süddeutsche Philharmonie bereits 1993 bei der Aufführung des Deutschen Requiems von Johannes Brahms zusammen.

Kritik der BNN vom 18.02.1997